16th day – HF England: Finalinger!!
Es ist vollbracht! Wir stehen im Finale gegen Australien. Das dritte mal im Folge im Finale. Das dritte mal in Folge gegen Australien. Auch das dritte mal in Folge ein Sieg und gleichbedeutend mit dem WM-Titel? In einem Spiel kann man jeden Gegner schlagen. Egal wie gut dieser auch ist!
Jubel mit den Fans nach dem gewonnen Halbfinale
Morgen steht ein kompletter Tag Regenration auf dem Programm. Wir werden wieder auf den Kunstrasen gehen und ein paar Ecken machen und ein paar Runden Laufen samt Gruppengymnastik. Abends das Spiel aufbereitet. Dann ist das Turnier auch schon bald vorbei. Jetzt heißt es sich nur noch selbst zu belohnen.
15 th day: Tuk Tuk oder kreischende Männer
Heute war wieder einmal ein Ruhetag für uns und da unser Training nicht wie bisher am Vormittag statt fand sondern um 17 Uhr Nachmittags, hatten wir eine sehr langen freien Zeitraum zur Verfügung. Der Vorschlag Shoppen zu gehen stieß auf allgemeine Zustimmung da ja auch ein paar Mitbringsel besorgt werden mussten. Nur wohin und wie war die große Frage. Hier gibt es keine klassischen Einkaufszentren wie wir sie gewohnt sind.
Unser Teammanager Jochen in einem Tuk Tuk
Unser Teammanager Jochen hat allerdings bereits diesbezüglich reichlich Erfahrung gesammelt bei seinen Besorgungsfahrten für unsere Zwischenmahlzeiten und so besorgte er uns die landestypischen „Tuk Tuks“. Dreirädrige Taxen die bei uns in Deutschland nicht mal auf den Vorhof des TÜV´s gelassen würden. Völlig fern von europäischem Standard. So wurden die Fahrten zwischen den verschiedenen Märkten zu wahren Nervenfressern. Mein Tuk Tuk, an Bord Benni Wess und Jan-Marco Montag, hatte den langsamsten Fahrer. Oder war das Gefährt einfach das schwächste? Wir konnten den Grund nicht heraus finden. Trotzdem hatten wir gehörig Respekt.
Netzfundstück: Interessanter Kommentar zur momentanen Diskussion des Videobeweises im Fußball – Hockey wird hier lobend als Beispiel erwähnt
09. März 2010 Aha. Strittige oder gar fehlerhafte Entscheidungen gehören also dazu und sind gerade das Schöne am Fußballsport – zumindest so ist vom Internationalen Fußball-Verband (Fifa) erklärt worden, warum nach der Entscheidung des International Football Association Board weiterhin auf technische Hilfsmittel verzichtet wird. Der Fußball soll menschlich bleiben, aber möglicherweise denkt beispielsweise ein Spieler anders darüber, der mit seinem Verein gerade abgestiegen ist und später im Fernsehen sehen muss, was er vorher mehr als nur ahnte: irregulär.
Aber egal, ab in die zweite Liga, mit allem, was dazu gehört wie Gehaltskürzungen, Rauswurf des Trainers, Kündigungen auf der Geschäftsstelle und Einbußen für alle, die etwa mit ihrem Würstchenstand indirekt am Wohlergehen eines Vereins beteiligt sind.
Echt schön, wie menschlich es im Fußball zugeht, und die ganze Verantwortung hat eben nur einer auf dem Platz. Selbst vorausgesetzt, er erledigt seine Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen und hat keine anderen Interessen: Bürdet die Fifa da nicht ihren Schiedsrichtern in einem Spiel, das nicht nur Millionen Menschen, sondern auch Millionen Euro bewegt, etwas viel auf? Ist das noch menschlich, dass ein Schiedsrichter sich im Fall der Fälle jahrelang Spott und Häme ausgesetzt sehen wird, von anderen Übergriffen ganz zu schweigen?
14th day – game Neuseeland: Halbfinale!!!
Wir haben es geschafft! Das Halbfinale ist fix und wir haben als kleines Bonbon die Gruppe auch noch als Tabellenerster beendet da Korea gegen die Niederlande 2:1 besiegt hatte. Hätte Korea ein ein Tor mehr geschossen, wären sie im Halbfinale. Hätten die Niederländer ihre Schlussecke verwandelt, hätten sie die Gruppe als Erster beendet. „Hätte, hätte, Fahrradkette…“. Nun haben wir die vermeintlich leichtere Aufgabe gegen die Engländer und Holland bekommt es mit den starken Australiern zu tun.
13th day: Wer rasiert, verliert…
“Wer rasiert, verliert…” Dieses Ritual stammt aus dem Eishockey. Ab den Playoffs, hören die Spieler auf sich zu rasieren bis sie aus diesen ausscheiden. Wir halten es so ähnlich. Seit Beginn des Turnier rasiert sich der Großteil der Mannschaft nicht mehr. Dies ist mittlerweile bereits acht Tage hier.
Unsere Fans in Indien – Gestern waren es gefühlte 1000
Sehr interessant ist hier die individuelle Entwicklung der einzelnen Spieler. Natürlich ist es normal. dass die älteren Semester mehr Bartwuchs aufzuweisen haben. Max Müller, Moritz Fürste, Matthias Witthaus und meine Wenigkeit sehen mittlerweile etwas verwahrlost aus. Es gibt aber auch die extremen Gegenteile. Unser Bambi Florian Fuchs hat bisher ca. 34 Barthaare aufzuweisen. Ebenso weisen andere kuriose Bartwuchskreationen auf. Tobi Hauke zum Beispiel hat nur um sein Mundwerk dunklen Bartwuchs was beinahe wie Absicht aussieht. Philipp Witte hat bedingt durch seine generelle Haarfarbe kaum erkenntlichen Bartwuchs, was sich aber bei genauerem hinsehen als unwahr herausstellt. Mein Zimmerkollege Jan-Marco Montag fühlt sich unwohl mit seinem Gesichtsschmuck. Es sieht in der Tat auch seltsam aus muss ich gestehen.
Wir hoffen Euch in den nächsten Tagen Beweisfotos liefern zu können.
12th day – game NED: 17er gegen 16er Stock
Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Diese Phrase ist im der Sportwelt ja eine allseits beliebte. Diesmal spielten sich vor dem Spiel witzige Szenen im Hotel ab. Es gibt hier keine klassischen engen Hotelflure. Das Hotel ist nach innen offen und Zimmer sind außen. Man hat also einen sehr guten Überblick. Wir sind im obersten Stockwerk. Holland ist exakt unter uns. Vor dem Spiel war auf beiden Fluren reichlich Verkehr. Eine Gewisse Unruhe und Nervosität vor dem wichtigen Spiel war klar auszumachen. Der Sieger ist so gut wie sicher im Halbfinale.
Das war die Theorie. In der Praxis sah es allerdings anders aus. Das Ergebnis gegen die Holländer lautete 2:2. Ein einem abwechslungsreichen Spiel hatten waren wir Phasenweise sehr stark und schnürten die Orangenen in ihrer Hälfte ein. Vergaßen allerdings uns selbst zu belohnen in Form von Toren.
Allerdings haben wir uns mit diesem Ergebnis eine gute Ausgangsposition geschaffen. Wir haben es komplett in eigener Hand und können mit einem Sieg gegen Neuseeland ins Halbfinale einziehen. Mit im Rennen sind die Niederlande und Korea die morgen ihr letztes Spiel gegeneinander bestreiten. Neuseeland hat nach ihrer gestrigen Niederlage gegen Argentinien keine Chance mehr auf das Halbfinale. Das kann Fluch oder Segen sein. Sie haben keinen Druck mehr und können locker und befreit aufspielen. Wenn man unser Ziel erreichen will, muss man allerdings gegen ein Team wie die Kiwis bestehen.
Heute ist wieder Ruhetag. Kleine Trainingseinheit, ein Ausflug zu einer Farm samt Barbecue und Abends die übliche Nachbesprechung.
Richtigstellung: Neuseeland hat natürlich noch en Chance auf das Halbfinale. Wenn sie gegen uns gewinnen und Holland gegen Korea gewinnt, ist Neuseeland weiter. Da wir aber von einem Sieg ausgehen, hat Neuseeland keine Chance
11th day: Deutsche Botschaft
Der Trott hat uns voll und ganz eingenommen. Heute war wieder Ruhe und Regeneration angesagt. „Restday“ im Englischem auch genannt. Außerhalb des Trotts war heute allerdings die Einladung der Deutschen Botschaft in Ihre Räumlichkeiten. Neben den 450 Gästen wurden ebenso unsere Angehörigen eingeladen. Was uns die Möglichkeit gab sie auch mal ausführlich zu sehen und sich über das bisher Geschehene auszutauschen.
Die Deutsche Botschaft hatte in ihren großzügigen Garten geladen. Reichlich leckeres Essen wurde aufgefahren, für die Kinder wurde ein Hockeyparcours und eine Geschwindigkeitsmaschine aufgebaut und ein große Videoleinwand wo man viele Hockeyimpressionen der letzten Jahre verfolgen konnte. Ebenfalls gab es eine halbstündige Pressekonferenz die live im TV ausgestrahlt wurde. Markus und Max warn von uns vertreten. Ebenso der Sportminister von Indien, der deutsche Botschafter und zwei Indische Hockey-Altstars. Hier merkt man doch stark den Unterschied des medialen Interesses zwischen Indien und Deutschland.
Wir hatten nach der PK viele interessante Gespräche mit den einzelnen Gästen. Wir wurden natürlich sehr viel über Hockey gefragt und dem ganzen drum herum. Ebenso hatten wir die Möglichkeit anders herum zu fragen wie es für Botschaftsangehörige ist, oft das „Leben“ zu wechseln. Insgesamt waren wir beinahe vier Stunden dort und haben gut Werbung für das Hockey gemacht. Morgen werden uns die Botschaftsangehörigen wieder zahlreich mit Stadion unterstützen. Ich hoffe wir können ihnen etwas zurück geben.




